Da das Tourenparadies Spanien, zumindest von Deutschland aus gesehen, ja nicht um die Ecke liegt, stellt sich natürlich die Frage: Wie komme ich am schnellsten, am günstigsten und am entspanntesten dort hin?
Wie immer gibt es mehrere Möglichkeiten:
1. für Hartgesottene und Biker mit entsprechendem Sitzfleisch:
Die Große Tour durch Frankreich über die Autobahnen würde ich nicht empfehlen. Selbst wenn ich die schnelle Anfahrt über die franz. Autobahnen (z.B. die AutoRoute du Soleil über Lyon) nehmen würde, weist der Routenplaner z.b. vom Grenzübergang Ottmarsheim (D/F) zum Grenzübergang Le Perthus (F/E) knappe 900 km und 9 Stunden aus. Außerdem wären dann auch noch die Übernachtungen mit einzuplanen. Schließlich darf auch nicht vergessen werden, dass auf den meisten franz. (auch auf vielen spanischen) Autobahnen Maut zu entrichten ist. Vom Materialverschleiß der Reifen ganz zu schweigen.
Habe die Sache schon etliche Male in beide Richtungen gemacht und kann nur abraten. Frankreich wäre es sowieso wert, eigene Touren zu fahren.
Sollte sich dennoch jemand für die "TorTour" entscheidet und die Anreise über die Autobahn wählen, dem kann ich als Tipp für die Übernachtungsmöglichkeit die sog. "Formule1" - Motels empfehlen. Das Preis-/Leistungsverhältnis ist in Ordnung und man findet die Motels in ausreichender Anzahl entlang der franz. Autobahnen. Nach Eingabe in einer Suchmaschine kann man dort sogar vorbuchen.
Wer bei der Anreise durch Frankreich nicht nur öde Autobahnkilometer runterreisen will, dem empfehle ich die Anreise über Clermont-Ferrand und den Weg durch das franz. 'Massif Central' (Zentralmassiv). Dort sind sogar die Autobahnabschnitte wesentlich anspruchsvoller als über die sogenannte 'AutoRoute du Soleil'.
Eine weitere Möglichkeit wäre die Anreise über die Schweiz und die franz. Westalpen. Wem so wohl klingende Namen wie St. Gotthard, Nufenen, Furka, Großer St. Bernhard oder Kleiner St. Bernhard, Col de l'Iseran, Col de l'Izoard, Col du Galibier und Col de la Bonette was sagen, der sollte sich dafür allerdings ein wenig Zeit nehmen. Mit dem passenden Wetter zählt diese Anfahrt sicherlich zu den europäischen Highlights für Tourenfahrer.
2. die "etwas" angenehmeren Möglichkeiten:
An- und Rückreise mit Nutzung des DB - Autozuges und/oder der franz. SNCF.
Leider endet diese Anreise im franz. Narbonne (ca. 100 km vor der franz./span. Grenze in den Pyrenäen an der Mittelmeeküste). Die Weiterfahrt nach Andalusien/Nordspanien (z.B. nach Granada, ca. 1100 km/ z.B. Oviedo, ca. 900 km) oder andere spanische Regionen oder am Ende gar nach Portugal hingegen ist dann schon zeit- und planungsaufwändiger. Zwar gab es laut Internet bis Anfang 2005 die Möglichkeit, mit dem span. Autoreisezug von Barcelona nach Malaga bzw. Sevilla zu kommen. Diese Art der Weiterreise ist leider wegen des Umbaus der Strecke bis mindestens 2007 (ohne genaue Zeitangabe) nicht mehr gegeben. Auch wurde das Angebot der SNCF 2010 stark eingeschränkt. So fielen z.B. die Verbindungen an die französischen Atlantikküste (Biarritz) weg.
Deshalb haben wir bei unserer Nordspanientour 2010 eine weitere Möglichkeit der An-/Rückreise getestet: Anreise mit Flugzeug in Kombination mit dem Transport der Motorräder zum jeweiligen Flughafen durch einen Spediteur.